Explore the City! – das 1. Mal mit dem 1. eigenen Fahrrad

Ein aufgeregter Anruf vor dem gemeinsamen Tanten-Nichte Wochenende in Salzburg: „Tante Martina, ich bin gleich da, ich kann schon Radfahren, ich habe mein Fahrrad mit, komm gleich runter auf die Straße!“ … kaum Zeit Luft zu holen, überschlägt sich meine knapp 4 jährige Nichte Lena mit Worten. Richtig fett ist ihre Stimme vor lauter Freude und riesengroß der Stolz über das endlich Radfahren-Können! Da ist es, dieses großartige Gefühl und Erleben, sowohl in meiner eigenen Erinnerung als auch in der Beobachtung meiner Nichte – als ich wenige Minuten später das Fahrrad aus Omas Kofferraum hieve und sie ihre ersten Runden auf dem Parkplatz vor meinem Wohnhaus dreht: plötzlich macht man Meter, strampelt wie verrückt, hängt sich in die Kurven, reisst eine Brezn 😉 zwickt zusammen, checkt Knie, Ellbogen und Zähne und haut sich wieder auf’s Rad. Weiter geht’s. Das Leben hat gerade neu begonnen!

Vor 3 Wochen hat der Osterhase das Rad gebracht. Seither ist Lenas Welt eine andere, nichts ist mehr so wie vor dem Radfahren-Können. Das Rollenlassen hat sie mit dem Laufrad bestens verinnerlicht. Stützräder kamen nicht in Frage. Sie war bereit für die neue Freiheit. Sicher dreht sie schon ihre Runden, das Bremsen und schnelle Stehenbleiben will sie gemeinsam mit mir über das Wochenende weiter üben und besser lernen. Wir suchen uns einen großen Parkplatz – der beinahe autofrei – die ideale Übungsfläche bietet. Die Markierungen sind hilfreich. Sie dienen uns als Linie für das gerade nach vorne fahren und als Orientierung zum Abbremsen. Wir üben auf den Linien stehen zu bleiben, das Tempo rechtzeitig vor den Haltelinien zu drosseln, wiederholen das Anfahren, das Absteigen. Immer wieder, immer besser.

Ich bin ganz begeistert von Lenas Ehrgeiz, ihrem Gefühl für’s Gleichgewicht und ihrem Können. Wir üben gleich noch das Fahren über ganz niedrige Gehsteigkanten. Dabei positioniere ich mich an der Kante, um sie gegebenenfalls greifen und halten zu können. Danach wagen wir uns in die Stadt, üben entlang der Salzach, kreuzen eine Brücke (Tante ich fahre in der Mitte, sonst falle ich ins Wasser!) und fahren durch den Mirabellgarten in unseren Lieblingseissalon im Andräviertel. Die Eistüte ist in Sichtweite, die Kante zwischen Rad- und Gehweg leider nicht, die Gedanken sind bei den Eissorten und schon liegt sie da. Lena rappelt sich auf, checkt das Rad und ihren Ellbogen auf den sie hart gefallen ist und weiss: „vor dem Eis brauche ich noch eine Portion Pommes!“ 🙂 Radfahren macht hungrig!

Martina, 7.5.2014